WAHLKREISPROGNOSE.DE I 07. DEZEMBER 2023

Ein halbes Jahr vor der Europawahl zeigen die aktuellen Umfrageergebnisse einen Vorsprung für CDU und CSU. Neue Höchstwerte erreicht die AfD. Die SPD verliert nach Mitte-rechts und sackt bundesweit auf zehn Prozent ab.

Europawahl: Chancen auf relative Gebietsmehrheiten

Aus der aktuellen Analyse ergibt sich, dass CDU/CSU in 321 Gebieten führen, ein Plus von 112 Mehrheiten seit Sommer. Die SPD hat alle 37 Mehrheiten verloren. Die AfD wird in 109 Gebieten führend gesehen, ein Rückgang um 31. Die Grünen liegen in 19 Gebieten vorn, ein Minus von 31. Keine Mehrheiten gibt es für das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), im Gegensatz zu zehn im Juli.

Mehrheitswechsel: Bund zu Euro

Insgesamt liegen in 238 von 449 Auswertungsregionen andere Parteien vorn, als noch bei der Bundestagswahl 2021. Davon am meisten betroffen ist die SPD: in 131 ehemaligen SPD-Regionen ist jetzt die Union und in 77 die AfD führend. Zwei Gebiete gewinnen die Grünen von der SPD. Die Grünen verlieren 22 Gebiete an die Union und eines an die AfD. Die CDU verliert fünf Distrikte an die AfD. In 211 Auswertungsregionen kommt es zu keinem Mehrheitswechsel.

Trend zur Europawahl

Würden bereits am kommenden Sonntag Europawahlen stattfinden, könnten CDU und CSU mit 24,5 bzw. 6,5 Prozent rechnen, ein deutlicher Anstieg um acht Prozentpunkte seit Juli. Die AfD wäre mit 25 Prozent die stärkste Einzelpartei, klettern um drei Zähler gegenüber dem Sommer.

Die Grünen kommen auf zwölf Prozent, während die SPD Einbußen – auf nur noch zehn Prozent – verzeichnet. Das BSW erhält sieben Prozent und die FDP drei Prozent. Die Linke könnte mit einem leichten Anstieg und ebenfalls drei Prozent rechnen. FREIE WÄHLER und die Tierschutzpartei würden 2,5 bzw. zwei Prozent erzielen.

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Wählerwanderung

Die Analyse zu den Wählerstrombewegungen zwischen letzter Bundestagswahl und der aktuellen Europawahl zeigt Umbrüche vor allen Dingen bei der SPD. Bei keiner anderen Partei sind die Einbrüche so ausgeprägt wie bei ihr: Fast 80 Prozent der bisherigen Wähler haben sich von der SPD abgewandt. Die SPD kann nur noch 22 Prozent ihrer bisherigen Wähler von der Bundestagswahl 2021 mobilisieren.

Weitere 22 Prozent der ehemaligen SPD-Wähler schließen sich der Gruppe der Nichtwähler an – ein Phänomen, das auch bei anderen Parteien wie Linken oder bei Grünen und Union (22 bzw. 19 Prozent) zu beobachten ist. Am auffälligsten sind die roten Ströme Richtung Parteien rechts der SPD: so wenden sich nun 22 Prozent der bisherigen Anhängerschaft den Unionsparteien, der AfD (13%) und BSW (7%) zu. Im Gegensatz dazu verliert die SPD nur geringfügig nach links: an die Grünen fünf und an die Linke zwei Prozent. Die Analyse zeigt auch, dass die SPD in der Lage ist, ihre 2021 von Grünen und Linken neu gewonnenen Wähler weitgehend zu halten.

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Information zur Datenerhebung:

Die präsentierten Zahlen zu den Stimmungsbildern ergeben sich aus einer zwischen 01.12. bis 07.12.2023 unter 1.440 wahlberechtigten Personen ab 16 Jahren durchgeführten Repräsentativbefragung.

Die Repräsentativbefragung erfolgte über geschlossene Online-Panels. Die Rohdaten wurden dort wo nötig nach Kriterium der Bevölkerungsfortschreibung gewichtet. Die Fehlertoleranz beläuft sich auf durchschnittlich +/-3,1 Punkte.