AKTUALISIERT 28. JULI 2021

Rund vier Monate nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg bleiben Grüne und CDU trotz Verlusten auf Platz eins bzw. zwei. Deutlichen Zulauf erfährt die FDP.

Nachdem mit der Landtagswahl im März das Superwahljahr eingeläutet wurde rücken die bundesdeutschen Wahlen näher. Im Bundestrend für Baden-Württemberg kann die CDU (29%) ihren Status als stärkste Kraft verteidigen. Gegenüber der Bundestagswahl vor vier Jahren drohen jedoch Verluste von rund fünf Punkten. Am meisten profitieren können die Grünen, die auf Platz zwei vorrücken und 25 Prozent (+11,5%) erreichen. Platz drei geht an die FDP mit 14 Prozent. Jeweils schlechter steht es um SPD (12,5%), AfD (9%) und Linke (4,5%).

Bei der letzten Bundestagswahl waren die CDU-Bewerber:innen in allen 38 Wahlkreisen erfolgreich.

Nach aktueller Analyse bleiben 31 der 38 baden-württembergischen Bundestagswahlkreise in CDU-Hand. In 7 weiteren Wahlkreisen können Grünen-Bewerber:innen auf Direktmandate hoffen. Besonders urbanstrukturierte Wahlkreise scheinen dabei prädestiniert für die Grünen zu sein.

In diesem Zuge blicken wir tiefer in vier der Bundestagswahlkreise und zeigen die Erststimmenvorsprünge nach Wahlkreis-angehörigen Stadtregionen.

WK-Trend Regio: Stuttgart

Die 23 Bezirke der Landeshauptstadt Stuttgart sind bei der Bundestagswahl in zwei verschiedene Wahlkreise aufgeteilt.

Der südliche Wahlkreis (258) wird seit 2009 stets per Direktmandat vom CDU-Mann Stefan Kaufmann vertreten. Bei allen drei vergangenen Abstimmungen unterlag Grünen-Promi Cem Özdemir mit wenigen Punkten Rückstand. Nach aktueller Trendlage liegt Özdemir allerdings vor Kaufmann. Der wahlkreisweite Vorteil zugunsten Cem Özdemirs bedingt sich vor allen Dingen durch dessen Vorsprünge in den einwohnerstarken Bezirken West, Vaihingen und Süd. Dennoch wird das Direktmandat für Özdemir auch von der Grünen-Performance im Bund abhängen. Nach Gewinnwahrscheinlichkeit liegt Stefan Kaufmann (CDU) nämlich knapp vor Özdemir.

Der nördliche Wahlkreis dürfte nach aktueller Analyse fest in CDU-Hand bleiben. Zur Zeit liegt die örtliche Grünen-Bewerberin Anna Christmann in Stuttgart-Ost vorn und in Bad Canstatt knapp hinter Maximilian Mörseburg von der CDU.

WK-Trend Regio: Karlsruhe

In Karlsruhe mit dem gleichnamigen Bundestagswahlkreis tendieren die meisten Stadtbereiche zur Grünen-Kandidatin Zoe Mayer. An den westlichen Rändern entlang des Rheins sowie den südöstlichen Bereichen in Höhenlage punktet CDU-Bewerber Ingo Wellenreuther. Die aktuelle Trendlage zusammengefasst: Zoe Mayers (Grüne) Chancen Richtung Direktmandat stehen gut, wenngleich CDU-Mann Wellenreuther vom Platzhirscheffekt profitieren könnte und auch SPD-Bewerber Parsa Marvi in Schlagweite liegt.

WK-Trend Regio: Mannheim

Bei der letzten Landtagswahl gingen beide Mannheimer Wahlkreismandate zu Grün. Auch der aktuelle Wahlkreistrend für den Bund sieht einen Vorteil für die Grünen-Bewerberin Melis Sekmen. Dennoch leitet sich aus den Trends ein Dreikampf ab. So stehen die Aussichten für SPD-Kandidatin Isabel Cademartori und Christdemokrat Roland Hörner nicht schlecht. Cademartori (SPD) verfügt über einen Bonus in den nördlichen Quartieren der Stadt, während Sekmen (Grüne) in den zentralen Lagen punktet.

In eigener Sache: Qualitätsanalyse der Vorwahltrends zur letzten Landtagswahl

Im Zuge der Landtagswahl im März haben wir verschiedene Analysen zur Qualitätsprüfung unserer Vorwahltrends vorgenommen. Die vereinfachte Trefferquote beläuft sich auf 95 Prozent. Die Auswertung nach Ordinalskala, bei der 420 Datenwerte auf ihre Güte geprüft wurden, fällt mit 98 Prozent hoch aus.

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Situation in den Landtagswahlkreisen

Bei der Landtagswahl im März gewannen die Grünen 58 der 70 Wahlkreise. Die zwölf Übrigen gingen an CDU-Bewerber:innen.

Nach neuester Erhebung würden sowohl Grüne als auch CDU Erstmandate einbüßen. So tendieren 54 aller Wahlkreise zu Grün (-4) und zehn zur CDU (-2). Aus dem Stand könnte die FDP fünf Mandate direkt gewinnen. Die SPD erzielt eine Mehrheit.

Zur Wahlkreisseite

Der aktuelle Landestrend

Bei einer Landtagswahl blieben die Grünen trotz leichtem Rückgang mit 31 Prozent (-1,6%) voran. Die CDU folgt mit 22 Prozent (-2,1%). Von allen Parteien kann die FDP am meisten zugewinnen: mit 17 Prozent stünde sie 6,5 Zähler über dem Ergebnis im März. Die SPD erreicht zwölf Prozent (+1%). Für die AfD werden verschlechterte 7,5 Prozent (-2,2%) ermittelt.

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